Bilingualer Unterricht

Interessierten Schülerinnen und Schülern bietet die Martin-Luther-Schule seit dem Schuljahr 2005 die Möglichkeit, im Rahmen des naturwissenschaftlichen Schwerpunktes der Schule und der Begabtenförderung bilinguale Unterrichtsangebote im Fach Biologie mit Englisch als Arbeitssprache zu belegen.

Das Angebot wurde seit dem Jahr 2007 kontinuierlich erweitert, so dass nun ein gut besuchtes durchgängiges Oberstufenangebot bis hin zum Abitur besteht, für dessen Belegung die Schüler entsprechende Zeugnisvermerke sowie ein Bilingualzertifikat zusätzlich zum Abiturzeugnis erhalten. Vorbereitende Mittelstufenangebote gibt es im Wahlbereich der Klassen 8 und 9. In der Unter- und Mittelstufe kommen außerdem zeitlich begrenzte bilinguale Module im regulären Biologieunterricht zum Einsatz.

 

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Zielsetzungen des bilingualen Sachfachunterrichtes

Bilingualer Sachfachunterricht, also der Unterricht eines Sachfaches in einer Fremdsprache, erfreut sich einer stetig steigenden Nachfrage. Das liegt in erster Linie daran, dass sich Schüler und ihre Eltern von Fremdsprachenkenntnissen angesichts weltweiter Veränderungen in Richtung zunehmender Internationalisierung und Globalisierung größere berufliche Chancen versprechen (De Florio-Hansen 2003). Die viel beschworene Globalisierung setzt voraus, dass sich die Menschen verständigen können: Englisch ist die „Lingua Franca “, die vorherrschende internationale „Verkehrssprache“ des beginnenden 21. Jahrhunderts in Wirtschaft und Wissenschaft. Wer sich beruflich behaupten will, muss sie beherrschen. Reichte vor wenigen Jahren eine rudimentäre Fremdsprachenkompetenz oftmals noch aus, so werden heute fließende Kenntnisse vorausgesetzt, und dies an der Universität ebenso wie im Betrieb (Richter 2004). Schule soll auf diese gesellschaftliche Wirklichkeit vorbereiten und ihr Erfolgsmodell heißt „bilingualer Unterricht“.

Die besondere Qualität und Effektivität des bilingualen Unterrichts sind inzwischen durch viele Untersuchungen eindrücklich belegt und allgemein anerkannt. Bilinguale Lernangebote verfolgen das Ziel, den authentischen Gebrauch der Fremdsprache in einem erweiterten Kontext anzuregen, und stellen einen Beitrag zur Begabtenförderung im sprachlichen Bereich dar (KMK 2013). Die 2006 veröffentlichte Studie „Deutsch Englisch Schülerleistungen International“ (DESI) zu sprachlichen Kompetenzen zeigte, dass bilingual unterrichtete Schüler in bilingualen Zweigen schon nach 3 Jahren (in Klasse 9) den anderen Schülern in ihren Englischkompetenzen etwa 2 Schuljahre voraus sind (Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland 2006).

Um die heranwachsende Schülergeneration zukunftsfähig zu machen und optimal auf den internationalen Wettbewerb vorzubereiten, bietet die MLS ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ab der Klasse 9 bis zum Abitur bilingualen Unterricht im naturwissenschaftlichen Bereich zu belegen und als Zusatzqualifikation zum Abiturzeugnis ein Bilingualzertifikat zu erwerben. Dieses bietet u.a. Vorteile bei Bewerbungen an ausländischen Universitäten und für Stipendien. Auch bereitet es optimal auf die zunehmende Anzahl an englischsprachigen Studiengängen an deutschen Universitäten vor, die sich insbesondere im Bereich der Naturwissenschaften etabliert haben und die Fähigkeit zur Arbeit mit englischsprachiger Fachliteratur voraussetzen.

 

Durchführung der bilingualen Kurse

Der bilinguale Biologieunterricht findet auf Englisch statt gemäß dem Grundsatz: so viel Englisch wie möglich, so viel Deutsch wie nötig. Die verwendeten Materialien (Lehrbücher, Workbooks, Arbeitsblätter, Versuchsanleitungen etc.) sind ebenfalls auf Englisch. Viel visuelles Material und praktische Übungen sowie thematische Vokabellisten überbrücken vor allem zu Anfang mögliche Sprachbarrieren. Auch sind die meisten Fachbegriffe aufgrund ihres lateinischen oder griechischen Wortstammes international. Zudem werden viele englische Termini unverändert in die deutsche Sprache übernommen, so dass die sprachlichen Schwierigkeiten weitaus geringer sind als häufig erwartet. Englisch ist also die Arbeitssprache, allerdings werden die Fachwörter in beiden Sprachen – eben bilingual – gelernt.

Klausuren und Prüfungen finden ebenfalls in englischer Sprache statt. Hierbei werden die fachlichen Leistungen bewertet. Sprachliche Fehler in schriftlichen Arbeiten werden zwar korrigiert, aber nicht bewertet, es sei denn, die Verständlichkeit ist sehr eingeschränkt oder die Fachwörter sind falsch geschrieben.

Die Unterrichtsinhalte orientieren sich am Hessischen Lehrplan bzw. Kerncurriculum für das Fach Biologie. Dies bedeutet, dass die fachlichen Anforderungen dieselben wie im Biologieunterricht in der Muttersprache sind. Der bilinguale Unterricht ermöglicht zusätzlich einen besonderen Einblick in die Kultur und Denkweise des anglo-amerikanischen Sprachraumes und vermittelt auf diese Weise Mehrperspektivität (z.B. in der PID-Debatte und der Stammzellen-Diskussion) und interkulturelle Kompetenz.

Die bilingualen Grundkurse werden sowohl in der Einführungsphase als auch in der Qualifikationsphase dreistündig durchgeführt. Die Schüler werden an der MLS ausschließlich von Lehrkräften unterrichtet, die beide Fächer studiert haben, also Biologie und Englisch.

 

Teilnahmevoraussetzungen

Grundsätzlich steht die Teilnahme an den bilingualen Kursen der MLS allen Schüler offen. Sie sollten Interesse an Fach und Sprache haben und Kommunikationsfreudigkeit sowie die Bereitschaft zur Mitgestaltung und zu einem gewissen Mehraufwand mitbringen.

Erfahrungsgemäß wählen sich gerne besonders interessierte, motivierte und/oder begabte Schüler in die bilingualen Kurse ein, die sich entweder auf ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Studium vorbereiten möchten oder ein starkes Interesse an der Fremdsprache haben, z.B. als Ergänzung zur Wahl eines Englisch LK oder nach einem Auslandsjahr. Die Einwahl in die bilingualen Kurse erfolgt über die regulären Kurswahlen.

 

Ansprechpartner an der MLS

Für weitere Informationen und Beratung stehen die beiden BioBili-Lehrerinnen der MLS gerne zur Verfügung: Frau Lubeley (lubeley@mls-marburg.de), Frau Plaum (plaum@mls-marburg.de).

Für Schüler: Ihr könnt uns jederzeit in der Schule ansprechen (z.B. in den Pausen im Lehrerzimmer oder im Biologievorbereitungsraum) und auch gerne im Unterricht eines bilingualen Biologiekurses einmal zur Probe hospitieren. Vor den jeweiligen Kurseinwahlen informieren wir in den einzelnen Klassen bzw. Kursen über das bilinguale Angebot der Schule und bieten für die Einwahl in die bilingualen Oberstufenkurse zusätzlich Schnupperstunden an.

Für Eltern: Sie können sich gerne an mich wenden, wenn Sie weitere Fragen haben. Am einfachsten ist dies, wenn Sie im Sekretariat unserer Schule anrufen und Ihren Namen und Telefonnummer hinterlassen, so dass ich Sie zurückrufen kann. Alternativ können Sie sich zu meiner Sprechstunde in der Schule anmelden.

 

Dr. Solveig Lubeley

Koordinatorin des bilingualen Unterrichtsangebotes der MLS

 

(Stand: Juli 2016)

 

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