Deutsch-Französischer Tag

55 Jahre Elysée-Vertrag: Deutsch-französischer Tag an der Martin-Luther-Schule

Als einziges Gymnasium Marburgs, welches ab der 5. Klasse neben Englisch auch Französisch als 1. Fremdsprache anbietet, sieht sich die MLS in besonderer Weise der Pflege der deutsch-französischen Freundschaft verpflichtet. Zahlreiche Aktionen finden über das Schuljahr statt, wie zum Beispiel die seit langem zur Tradition gewordenen Austausche mit Marburgs Partnerstadt Poitiers, die regelmäßige Teilnahme des Leistungskurs Französisch am „Prix des Lycéens“, Lesungen französischer Schriftsteller und Besuche des Filmfestivals „Cinéfète“.

Anlässlich des 55. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages im Jahr 1963 durch Konrad Adenauer und Charles de Gaulle feierte die MLS den diesjährigen deutsch-französischen Tag mit einer besonderen Kooperation:

Studenten der Romanistik der Uni Marburg unter der Leitung von Frau Köhling und Damen der deutsch-französischen Gesellschaft Marburg unter dem Vorsitz von Frau Oberwinkler führten die verschiedenen Schülergruppen durch interessante Arbeitsstationen zur europäischen Geschichte, der Verschwisterung Marburgs mit Poitiers, französischen Kult-Comics und ausgewählten Chansons. Die Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen wurden zum Lesen, Hören und Sprechen in Französisch aufgefordert und konnten sich am reichen Spezialitätenstand bedienen, dessen Angebot finanziell vom deutsch-französischen Jugendwerk subventioniert wurde. Dort gab es neben vielen anderen Köstlichkeiten den berühmten „Galette des Rois“ zu kosten, der neben einer sehr gehaltvollen Mischung aus Marzipan, Butter, Eiern und Blätterteig eine kleine Figur aus Porzellan enthält. Das Risiko, sich an der „fève“ einen Zahn auszubeißen, wird, der Überlieferung nach, mit dem eintägigen Dasein als König/in belohnt, der/die bestimmen darf, was gemacht wird.

Zentrales Thema des diesjährigen deutsch-französischen Tages war der Elysée-Vertrag: Die Besucher der Veranstaltung erfuhren, dass er als einer der ersten Verträge zwischen zwei europäischen Staaten der Nachkriegszeit helfen sollte, die durch gegenseitige Vorbehalte geprägte Vergangenheit zu bewältigen und den Menschen beider Nationen eine Annäherung zu ermöglichen. Der für sein Alter äußerst fortschrittlich gestaltete Vertrag regelt seit seinem Bestehen die Begegnungen von Abgesandten beider Nationen (Politikern, Wirtschaftsvertretern usw.), sowie Verträge und Beziehungen auf zahlreichen Ebenen. „Jetzt liegt es an uns, Möglichkeiten der Begegnung zwischen Jugendlichen beider Nationen zu schaffen und so die bestehende Beziehungen lebendig zu gestalten, indem wir auf beiden Seiten Interesse für Land, Kultur und Leute wecken“, fasst die Organisatorin Frau Carola Flammer zusammen.

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