Jazz-Trio „Triosence“ zu Gast in der MLS

Erneut kamen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe und der Schwerpunktgruppen der MLS in den Genuss eines bundesweit einzigartigen Exklusiv-Konzertes des Jazztrios Triosence. Das Trio um den aus Kassel stammenden Komponisten und Arrangeur Bernhard Schüler gab bereits sein drittes Vortragskonzert in der voll besetzten Schulaula.

Der Fokus des Vortrages lag diesmal auf „Formen in Jazz und Pop“, ein Thema, das sich wortgetreu so im neuen Oberstufen-Curriculum findet. Anhand des Brahms‘schen Wiegenliedes „Guten Abend, Gute Nacht“ erklärte Schüler zunächst das einfache Begleit-Stufenmodell, dann folgte seine Bearbeitungen in Richtung „Blues“, in der er zusätzliche Akkordtöne mit anderer Taktart und Rhythmik kombinierte. Nach einer eingängigen Bearbeitung des Liedes hin zur Popballade präsentierte er seine Triosence-Version, bei der er sich „mal richtig ausgetobt“ habe: Durch zahllose Begleitakkorde mit unzähligen zusätzlichen Akkordtönen verjazzte Schüler das Schlaflied auf grandiose Weise und bewies seine kompositorische Klasse.
Sichtlich Spaß hatten auch seine Mitmusiker Tobias Schulte am Drum und Omar Rodriguez Calvo am Kontrabass. Der aus Cuba stammende Bassist bereichert seit 2 Jahren den Sound des Trios mit lateinamerikanischen Einflüssen, was bei der entsprechenden Bearbeitung des Schlafliedes sehr gut zu hören war. „Hier sind die Begleitakkorde einfacher gehalten, dafür der Rhythmus komplexer“, so Schüler. Calvo bearbeitete seinen Bass treffsicher mit beeindruckender Geschwindigkeit durch alle Lagen bis in den Flageolett-Bereich. Die lateinamerikanische Version brachte bei den Zuhörern die Köpfe zum Wippen und einen lächelnd-zustimmenden Ausdruck auf die Gesichter.
Die Ausführungen zum Thema „Formen im Pop“ veranschaulichte der Kasseler Pianist direkt mit entsprechend angelegten Stücken, die die Schüler sofort erkannten. Auch bei der Präsentation der Popstücke war die dem Komponisten Schüler eigene „Triosence-Handschrift“ unverkennbar, denn er drücke sich nun mal am liebsten im Jazz aus. Dass Schülers „Songjazz“ so gar nicht in das „Jazz-ist-nur-was-für-alte-Musikliebhaber“-Klischee passt, bewies er den Schülerinnen und Schülern mit dem temporeichen Stück „A Day At Scarletts“ von der neuen CD „Hidden Beauty“, die Triosence am Abend des 23. November im Rahmen ihrer CD-Release-Tour in der Waggonhalle vorstellten.

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